Ruder-Legende Karl Träger aus Roßleben starb mit 92 Jahren

Durch die Pressemeldung des Landessportbund Thüringen sind wir auf den Tod von Karl Träger aufmerksam geworden. Manche von uns haben ihn über viele Jahre lang beim Bundesfinale „Jugend trainiert“ in Berlin mit seinen Schulmannschaften erleben können. Wir würdigen die großartigen Leistungen von Karl Träger für das Schulrudern und den Rudersport überhaupt, indem wir aus der Pressemitteilung des LSB Thüringen vom 4.6.2026 zitieren:

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Karl Träger – einer außergewöhnlichen Persönlichkeit des deutschen Rudersports, langjährigem Vereinsvorsitzenden, Trainer, Mentor und Vorbild für Generationen von Sportlern. Karl Träger prägte über Jahrzehnte hinweg den Rudersport in Roßleben wie kaum ein anderer. Als engagierter Sportlehrer gründete er 1959 gemeinsam mit Schülern der damaligen Goethe-Oberschule den Ruderclub Roßleben und knüpfte damit an die traditionsreiche Geschichte des Schülerruderns an der Unstrut an. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich unter seiner Führung ein leistungsfähiger Verein, der weit über die Region hinaus Anerkennung fand.

Mehr als fünf Jahrzehnte stand Karl Träger an der Spitze seines Vereins. Mit Leidenschaft, Disziplin und unermüdlichem Einsatz förderte er junge Talente wie Olympiasiegerin Annekatrin Thiele und führte zahlreiche Sportler zu Erfolgen bei Meisterschaften und nationalen Wettbewerben. Auch nach der Wiedervereinigung blieb er eine prägende Kraft im Thüringer Rudersport und engagierte sich als Gründungsmitglied des Thüringer Ruderverbandes für die Entwicklung des Nachwuchsleistungssports.

Karl TrägerDoch Karl Träger war nicht nur Funktionär und Förderer – er war selbst eine Ausnahmeerscheinung im Sport. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv auf dem Wasser und bewies immer wieder, dass Leidenschaft und Willenskraft keine Altersgrenzen kennen. Noch mit 91 Jahren sorgte er bei den World Rowing Masters in Brandenburg an der Havel für internationales Aufsehen. Als ältester Teilnehmer des gesamten Wettbewerbs gewann er drei Goldmedaillen und schrieb damit ein weiteres beeindruckendes Kapitel seiner einzigartigen sportlichen Laufbahn. Seine Erfolge sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass ihm nach einem schweren Turnunfall in jungen Jahren kaum jemand eine solche Zukunft vorausgesagt hätte. Gegen alle Prognosen fand Karl Träger seinen eigenen Weg – einen Weg der Bewegung, der Beharrlichkeit und der Lebensfreude. Rudern war für ihn weit mehr als ein Sport. Es war Leidenschaft, Lebensinhalt und Quelle seiner unerschütterlichen Kraft.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge, die im Jahr 2021 verstorben ist, prägte er das Vereinsleben in Roßleben nachhaltig. Ihr Wirken lebt bis heute in ihrer Familie, in den Sportlerinnen und Sportlern, die sie begleitet haben, und in der Gemeinschaft des Rudersports weiter.

Für seine herausragenden Verdienste wurde Karl Träger im Jahr 2023 zu seinem 90. Geburtstag vom Ehrenpräsidenten des Landessportbundes Thüringen, Peter Gäsel, mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Platin ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigte ein Lebenswerk, das weit über sportliche Erfolge hinausgeht: ein Vermächtnis von Gemeinschaftssinn, Leidenschaft und unermüdlichem ehrenamtlichem Engagement.

Mit Karl Träger verliert der Ruderclub Roßleben, der Thüringer Rudersport und die gesamte Rudergemeinschaft einen außergewöhnlichen Menschen, dessen Name untrennbar mit dem Rudersport verbunden bleiben wird. Sein Geist wird in den Booten auf der Unstrut, in den Erfolgen seiner Schützlinge und in den Erinnerungen aller weiterleben, die ihn kennenlernen durften.“

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten.

Peter Tholl und Achim Eckmann
Vorsitzende des Bundes Deutscher Schülerruderer e. V.

Verwendung von Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung des LSB Thüringen.