Rudersport 5/2026: 70 Jahre Bund Deutscher Schülerruderer

In der Mai-Ausgabe des Magazins RUDERSPORT ist ein sehr lesenswerter Beitrag über das 70-jährige Bestehen unseres Verbandes erschienen. Der Verfasser ist unser 1. Vorsitzender Peter Tholl. Über 70 Jahre nach seiner Gründung wurde am 20. Januar 2026 der „Bund Deutscher Schülerruderer e. V.“ beim Amtsgericht Hannover im Vereinsregister eingetragen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Ibbenbüren erfolgte am 4. Februar 2026.  Peter Tholl beschreibt in seinem Artikel die Ürsprünge und die weitere Entwicklung des Schülerruderns in Deutschland bis heute und insbesondere die Rolle des Bundes Deutscher Schülerruderer und seiner Vorgänger Organisationen:

„Ab 1947 war ein Wiedererstehen von Schülerrudervereinen zu verzeichnen. 1951/52 wurden im norddeutschen Raum sowie in Berlin Schülerruderverbände wiedergegründet. Bereits am 28.8.1955 bildeten unter Leitung von Dr. Fritz Ulmer (Hamburg) Delegierte der Verbände aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in der Hansestadt eine „Arbeitsgemeinschaft der Schüler- und Jugendruderverbände“. Kurze Zeit später traten die Verbände aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei. Eine festere Fügung dieser AG erfolgte 1959 unter Ewald Pflüger (Hannover) zum „Bund Deutscher Schülerruderverbände“ (BDSRV). 1963 löste sich der Schüler-Ruderverband Rheinland-Pfalz auf und trat aus. Nach der Ausgliederung der hessischen Schulen aus dem Schüler-Ruder-Verband Niedersachsen wurde 1964 der Schüler-Ruder-Verband Hessen gegründet, der sich der Dachorganisation anschloss.“

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Ruder-Legende Karl Träger aus Roßleben starb mit 92 Jahren

Durch die Pressemeldung des Landessportbund Thüringen sind wir auf den Tod von Karl Träger aufmerksam geworden. Manche von uns haben ihn über viele Jahre lang beim Bundesfinale „Jugend trainiert“ in Berlin mit seinen Schulmannschaften erleben können. Wir würdigen die großartigen Leistungen von Karl Träger für das Schulrudern und den Rudersport überhaupt, indem wir aus der Pressemitteilung des LSB Thüringen vom 4.6.2026 zitieren:

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Karl Träger – einer außergewöhnlichen Persönlichkeit des deutschen Rudersports, langjährigem Vereinsvorsitzenden, Trainer, Mentor und Vorbild für Generationen von Sportlern. Karl Träger prägte über Jahrzehnte hinweg den Rudersport in Roßleben wie kaum ein anderer. Als engagierter Sportlehrer gründete er 1959 gemeinsam mit Schülern der damaligen Goethe-Oberschule den Ruderclub Roßleben und knüpfte damit an die traditionsreiche Geschichte des Schülerruderns an der Unstrut an. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich unter seiner Führung ein leistungsfähiger Verein, der weit über die Region hinaus Anerkennung fand.

Mehr als fünf Jahrzehnte stand Karl Träger an der Spitze seines Vereins. Mit Leidenschaft, Disziplin und unermüdlichem Einsatz förderte er junge Talente wie Olympiasiegerin Annekatrin Thiele und führte zahlreiche Sportler zu Erfolgen bei Meisterschaften und nationalen Wettbewerben. Auch nach der Wiedervereinigung blieb er eine prägende Kraft im Thüringer Rudersport und engagierte sich als Gründungsmitglied des Thüringer Ruderverbandes für die Entwicklung des Nachwuchsleistungssports.

Karl TrägerDoch Karl Träger war nicht nur Funktionär und Förderer – er war selbst eine Ausnahmeerscheinung im Sport. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv auf dem Wasser und bewies immer wieder, dass Leidenschaft und Willenskraft keine Altersgrenzen kennen. Noch mit 91 Jahren sorgte er bei den World Rowing Masters in Brandenburg an der Havel für internationales Aufsehen. Als ältester Teilnehmer des gesamten Wettbewerbs gewann er drei Goldmedaillen und schrieb damit ein weiteres beeindruckendes Kapitel seiner einzigartigen sportlichen Laufbahn. Seine Erfolge sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass ihm nach einem schweren Turnunfall in jungen Jahren kaum jemand eine solche Zukunft vorausgesagt hätte. Gegen alle Prognosen fand Karl Träger seinen eigenen Weg – einen Weg der Bewegung, der Beharrlichkeit und der Lebensfreude. Rudern war für ihn weit mehr als ein Sport. Es war Leidenschaft, Lebensinhalt und Quelle seiner unerschütterlichen Kraft.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge, die im Jahr 2021 verstorben ist, prägte er das Vereinsleben in Roßleben nachhaltig. Ihr Wirken lebt bis heute in ihrer Familie, in den Sportlerinnen und Sportlern, die sie begleitet haben, und in der Gemeinschaft des Rudersports weiter.

Für seine herausragenden Verdienste wurde Karl Träger im Jahr 2023 zu seinem 90. Geburtstag vom Ehrenpräsidenten des Landessportbundes Thüringen, Peter Gäsel, mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Platin ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigte ein Lebenswerk, das weit über sportliche Erfolge hinausgeht: ein Vermächtnis von Gemeinschaftssinn, Leidenschaft und unermüdlichem ehrenamtlichem Engagement.

Mit Karl Träger verliert der Ruderclub Roßleben, der Thüringer Rudersport und die gesamte Rudergemeinschaft einen außergewöhnlichen Menschen, dessen Name untrennbar mit dem Rudersport verbunden bleiben wird. Sein Geist wird in den Booten auf der Unstrut, in den Erfolgen seiner Schützlinge und in den Erinnerungen aller weiterleben, die ihn kennenlernen durften.“

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten.

Peter Tholl und Achim Eckmann
Vorsitzende des Bundes Deutscher Schülerruderer e. V.

Verwendung von Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung des LSB Thüringen.

Schülerregatta in Kassel mit Teilnehmerrekord

Das Schülerrudern in Hessen erwacht wieder zu neuer Blüte. Bei der Verbandsregatta des Schülerruderverbandes Hessen am Mittwoch nach Pfingsten schlug die Anzahl der gemeldeten Mannschaften alle Rekorde, so dass die Regattaleitung zu Beschränkungen gezwungen wurde. Die Schüler vom Phillippinum aus Weilburg holten mit 13 Siegen, vor dem FG aus Kassel mit 11 und dem Carolinum aus Osnabrück und der Humboldschule aus Hannover mit je 10 Siegen die meisten Medaillen.

Mit so vielen Meldungen hatten die Kasseler für die 55. Auflage der Veranstaltung nie und nimmer gerechnet. Zeitlich war es auch bei verkürzten Startabständen nicht möglich die Regatta an einem einzigen Tag durchzuführen, so dass die Regattaleiter Jenney Langer, Holger Römer und Klaus Reitze gezwungen wurden, das Teilnehmerfeld zu beschränken. Daher die schwerwiegende Entscheidung: alle Einerrennen abzusagen und nur noch Mannschaftsboote vom Zweier bis zum Achter zur Regatta zuzulassen und das klappte dann auch im zur Verfügung stehenden Zeitrahmen gut. Im Unterschied zum Vorjahr waren nicht nur die großen Schulen, wie bspw. die oben genannten Schulen erfolgreich, sondern auch viele Schulen mit zahlenmässig kleineren Mannschaften aus Niedersachsen und Hessen, so dass viele Schulen mit Siegen nach Hause fahren konnten. Erfreulich, dass die in den letzten Jahren sich rar machenden hessischen Schulen wieder viele Mannschaften zur eigenen Verbandsregatta schickten. Insgesamt konnten 16 Schulen am Siegersteg anlegen, wobei neben den ortsansässigen Kasseler Schulen, allen voran das Friedrichsgymnasium aus Kassel, auch je eine Schule aus Offenbach und Frankfurt Siege mit nach Hause nehmen konnten.

Schade, dass in diesem Jahr die Achterwettbewerbe bei den Juniorinnen und Junioren nicht ganz so stark besetzt waren wie zuvor. Im sog. „großen Achter“ der 19 bis 16-jährigen Schüler hatte, wie im letzten Jahr das Carolinum aus Osnabrück den Bug als erste, vor dem Ratsgymnasium aus Osnabrück und dem Friedrichs-Gymnasium aus Kassel im Ziel. Den Schülerinnen-Achter gewann die Schillerschule aus Hannover vor den FG aus Kassel (vgl. Bild). Erfreulich hingegen die Entwicklung bei den Jüngsten: Hier waren 6 Boote im Gig-Doppelachter am Start und eine Abteilung ging an die Ruderriege Bersenbrück, die andere an die Emmy-Noether-Schule nach Offenbach.

Weitere Informationen auf den Seiten des SRVb Hessen: https://srvbhessen.de/

Beitragsbild: Die Jüngsten im Gig-Doppelvierer 50 m vor dem Ziel [P. Tholl]

Text: Dr. T. Woznik
Fotos: P. Tholl, T. Woznik, H.-W. Bruchmeier