Kategoriearchiv: Berichte

Jahreshauptversammlungen, Jubiläen usw.

Wanderruderpreis 2025 für die Schulen

Der Deutsche Ruderverband hat das Ergebnis für den Wanderruderpreis 2025 veröffentlicht (RUDERSPORT 09-2026, S. 61 – 65). Dabei wird aus der Anzahl der Aktiven, der Anzahl der Fahrtenabzeichen und der Wanderruderkilometer ein Index gebildet. Der Preis wird im Rahmen einer Feierstunde anlässlich des Wanderrudertreffens am 20.9.2026 im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais in Schwerin verliehen.

Die ersten fünf Schulen:

  1. Gymnasium Carolinum Osnabrück                31154 Punkte
  2. Leibniz-Gymnasium Bad Schwartau              14864 Punkte
  3. Thomas-Mann-Schule Lübeck                              3852 Punkte
  4. Max-Planck-Gymnasium Dortmund                 1837 Punkte
  5. Ernst-Kalkuhl-Gymnasium Bonn                        1349 Punkte

Die Carolinger ruderten im vergangenen Jahr auf der Mosel (von Minheim (unterhalb von Piesport) bis nach Cochem), auf Berliner Gewässern, auf der Oberweser (von Wahmbeck nach Hameln) sowie auf der Fulda und der Oberweser (von Spiekershausen nach Hameln).

Beitragsbild: Gruppenbild der Caro-Ruderer an der Burg Eltz

 von Peter Tholl

Ruder-Bundesliga mit 14 Junioren-Achtern in Osnabrück

Am 22.8.2026 fand der dritte Renntag der Ruder-Bundesliga in der Stichkanalarena in Osnabrück statt. Für die perfekte Bühne sorgte der Osnabrücker Regatta-Verein. Mit einer hervorragenden Organisation, kurzen Wegen, engagierten Helfern und einer bestens präparierten Regattastrecke präsentierte sich der Gastgeber als hervorragender Ausrichter. Entlang der Strecke versammelten sich ca. 2000 Zuschauer, die die Rennen lautstark begleiteten.

Bei den Senioren waren 7 Frauen- und 14 Männer-Achter am Start. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gewannen die Teams aus Hamburg. Dazu kamen 5 Juniorinnen- und 9 Junioren-Achter. Dies ist die größte Anzahl von Nachwuchs-Achtern an einem Bundesliga-Renntag. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass die großen Ruderschulen aus Osnabrück (Angelaschule, Carolinum und Ratsgymnasium) sowie Hannover (Bismarck-, Humboldt- und Schillerschule) (fast) allein insgesamt 9 Teams stellten. Dazu kamen noch Teams aus: Bitterfeld, Hamburg, Magdeburg (2) und Münster.

Die Nachwuchs-Achter lieferten sich spannende Rennen und sorgten für viel Begeisterung an der Strecke. Eine Besonderheit waren die lustigen Namen der Teams: „Kanalflitzer“, „Pizza Margherita“, „Curly Fries“, „MasthuhnschlACHTER“, „Fish & Chips“, „Pommes Rot-Weiß“ etc. Die Siege gingen an den „avanti-Achter“ aus Bitterfeld und die „Young Sweepboys“ aus Hamburg.

 Beitragsbild: Knapper Zieleinlauf, rechts der „Rats-Achter“

 von Peter Tholl

Lehrkräftefortbildung „Rudern“ in Hannover

Am 25.8.2026 fand im Schüler-Bootshaus eine Fortbildung „Anfängerausbildung und Training im Gig-Doppelvierer“ mit 17 Lehrern statt. Geleitet wurde die Fortbildung von Peter Tholl. Veranstalter war die Leibniz Universität Hannover, die für die Qualitätsentwicklung an den Schulen in Niedersachsen zuständig ist.

Zu Beginn referierte der Lehrgangsleiter über „Sicherheit beim Schul- und Schülerrudern“. Grundlage waren die entsprechenden Passagen des Erlasses „Bestimmungen für den Schulsport“. Der Praxisteil wurde eingeleitet mit Ausführungen zur Technik des Skullens. Danach wurden zwei Rudereinheiten mit wechselnden Besetzungen in drei Gig-Doppelvierern auf dem Maschsee absolviert. Unterstützung gab es hier vom neuen BfDler der Deutschen Ruderjugend Fridtjof Apolant.

Am Nachmittag wurde eine dritte Ausfahrt in Gig-Doppelvierern durchgeführt. Dabei ging es um Übungen auf dem Wasser für Fortgeschrittene. Abschließend folgte eine Theoriephase mit Fragen zum Aufbau einer Ruderriege, zur Teilnahme an Ruderregatten und zur Durchführung von Ruderwanderfahrten. Ein Dankeschön geht an Anke Lincke (Humboldtschule Hannover), die sich um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmerte.

Beitragsbild: Die Teilnehmer auf dem Bootsvorplatz

von: Peter Tholl

Zertifizierung „Partnerschule des DRV“

Der Deutsche Ruderverband (DRV) startet mit der Zertifizierung „Partnerschule des DRV“ eine neue Auszeichnung für Schulen, die sich in besonderem Maße für das Schülerrudern engagieren. Ziel ist es, die Sportart Rudern nachhaltig im Schulalltag zu verankern, die Qualität der schulischen Ruderarbeit zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen und Verbänden weiter auszubauen.

Mit der Zertifizierung werden Schulen ausgezeichnet, die jungen Menschen einen langfristigen Zugang zum Rudersport eröffnen – vom Breitensport über den Leistungssport bis hin zum ehrenamtlichen Engagement. Die Auszeichnung wird jeweils für vier Jahre vergeben.

Die Anfänger der Klassen 5 bereiten die erste Ausfahrt vor
Die Anfänger der Klassen 5 bereiten die erste Ausfahrt vor

Die Bewertung erfolgt anhand festgelegter Voraussetzungen sowie eines Punktesystems, das die Aktivitäten der vergangenen drei Jahre berücksichtigt. Dabei geht es unter anderem um die Teilnahme an Wettkämpfen, die Durchführung von Ruderwanderfahrten und Trainingslagern, Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, die jährliche Anfängerausbildung sowie besondere Projekte und Entwicklungsziele.

Bewerbungen für das kommende Schuljahr sind bis zum 30. September möglich. Die Auszeichnung wird jeweils für vier Jahre vergeben. Die Verleihung des Zertifikats mit der Urkunde und dem Plexiglasschild erfolgt im Rahmen eines kleinen Festaktes in den Räumen der antragstellen Schule.

Weitere Informationen und das Bewerbungsformular finden sich unter: https://www.rudern.de/node/70057 

Beitragsbild: Ruderwanderfahrt mit Schülern auf dem Bodensee.

von Peter Tholl

Rats-Ruderer bekommt Coubertin-Schulpreis

Als besondere Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Fach Sport hat das Niedersächsische Kultusministerium unter Mitwirkung des Landessportbundes Niedersachsen e.V. den Pierre-de-Coubertin-Schulpreis gestiftet. Die Verleihung des Preises unterstreicht den ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsanspruch des Schulsports. Der Preis wird an Schüler der Abschlussjahrgänge für hervorragende Leistungen im Schulsport, einschließlich einer persönlichen Haltung im Sinne des olympischen Gedankens, verliehen.

Am Ratsgymnasium Osnabrück hat Benedikt Knillmann bei der Entlassungsfeier diesen Preis erhalten. Er hat das Abitur mit der Note 1,0 bestanden und war zweimal Landessieger bei „Jugend trainiert für Olympia“ und zweimal Dritter bei den Deutschen Sprintmeisterschaften im Rudern. Er erzählt: „Das Bootshaus am Stichkanal in Eversburg war für mich während meiner gesamten Gymnasialzeit ein wichtiger Anker- und Lebensmittelpunkt. Der Rudersport hat das aus mir gemacht, was ich heute bin.“ Für die Ruderriege des Ratsgymnasiums hat er parallel zum eigenen Training vier Jahre lang als Trainer gewirkt und half bei der Organisation von Wettkämpfen. Er war Klassen- und Schülersprecher und organisierte die „Leserattennacht“ und den Kennenlerntag für die neuen Fünftklässler.

Benedikts Engagement ging weit über die Schule hinaus. Im Vorstand des Stadtschülerrates hat er sich für die Interessen Osnabrücker Schüler eingesetzt. Im Landesschülerrat in Hannover vertrat er dann mehr als eine Million Schüler aus ganz Niedersachsen. Auch in der Politik ist er aktiv. Seit vergangenem Jahr ist er Mitglied der Grünen. Für deren Landesvorstand hat er die sozialen Medien betreut.

Benedikt möchte später vielleicht in die Politik gehen. Zunächst startet er aber erst einmal ein duales Studium für Unternehmensberatung in Stuttgart und Düsseldorf. Inklusion und Bildungsgerechtigkeit möchte er auch in Zukunft vertreten. Wo und als was auch immer. Mit dem glatten Einser-Abi und der Medaille im Gepäck stehen ihm viele Türen offen.

Beitragsbild: Der von Benedikt Knillmann (rechts) trainierte Rats-Mädchenvierer siegte 2025 beim Deutschen Schüler-Rudercup in Berlin-Grünau.

 von: Peter Tholl

Landesentscheid „JTFO“ 2026 – Rudern – in Niedersachsen

Am 21./22. Juni 2026 fand der Landesentscheid des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ im Rudern auf dem Maschsee in Hannover statt. Im Vergleich zum Vorjahr gab es diesem Jahr steigende Teilnehmerzahlen. Es hatten 17 Schulen Aktive für 564 Roll- bzw. Steuersitze gemeldet (2024: 12 Schulen, 498 Sitze).

Erfolgreichste Schule war die Humboldtschule Hannover (8 erste und 5 zweite Plätze sowie 1 dritter Platz). Es folgen: das Carolinum Osnabrück (5/7/1), die Albert-Schweitzer-Schule Nienburg (3/-/4), die Bismarckschule Hannover (2/4/2), die Schillerschule Hannover (2/-/1), das Ratsgymnasium Osnabrück (1/4/4), die Angelaschule Osnabrück (1/2/1) und die Paul-Moor-Schule Bersenbrück (1/0/0). Für das Bundesfinale in Berlin haben sich drei Teams von der Humboldtschule (Mä WKIII, Mä WKII und Ju WKIII) und ein Team der Bismarckschule (Ju WKII) qualifiziert.

Ein Dank geht an alle Sportler, Trainer, Lehrer, Betreuer, Zuschauer und Fans, die mit ihrer Anwesenheit und ihrem Einsatz für ein sportlich attraktives Event gesorgt haben. Möglich gemacht haben die Veranstaltung die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die in vielfältigen Funktionen für den reibungslosen Ablauf, für Erste Hilfe, für das Catering etc. gesorgt haben.

Beitragsbild: Landessieger bei den Mädchen WKIII wurde das Team der Humboldtschule.

Peter Tholl, 20.07.2026

Schul-Finals im Rudern 2026 auf dem Maschsee in Hannover

Noch bevor vom 23. – 26. Juli 2026 insgesamt 24 Deutsche Meisterschaften die Landeshauptstadt Hannover und das Umland zur Sportmetropole machen, brachten die Schul-Finals 2026 bereits tausende Kinder und Jugendliche in Bewegung. Mit 110 Aktionstagen an 70 Schulen in Stadt und Region Hannover entstand im Mai und Juni eines der größten schulischen Bewegungsprogramme Niedersachsens.

Organisiert wurde das Projekt vom Turn-Klubb zu Hannover gemeinsam mit den „Finals“ und mit starker Unterstützung der regionalen Sportnetzwerke. Die Schüler erlebten die Sportarten der Finals direkt vor Ort – in Schulen, Stadtteilen und an zentralen Eventflächen.  Der Wassersport-Höhepunkt waren die Schul-Finals im Rudern im Rahmen der Schülerregatta des SRVN am 21. Juni auf dem Maschsee in Hannover. Für die 83 ausgeschriebenen Rennen hatten 252 Boote (413 Schüler) von 20 Schulen bzw. Vereinen gemeldet.

Darunter waren die vier Rennen der Schul-Finals. Sie wurden im Gig-Doppelvierer über 500 Meter für Mädchen und für Jungen unterteilt nach den Altersklassen U13 und U15 ausgetragen. Hierfür hatten 37 Teams mit insgesamt 185 Sportlern von 11 Schulen aus Niedersachsen gemeldet.

Die Bedeutung der „Schul-Finals“ im Rudern wird sichtbar an der Präsenz von mehreren Prominenten. Zu den Vorrennen am Vormittag erschien Oberbürgermeister Belit Onay. Beim Rennen war er beeindruckt vom Einsatz der jungen Ruderer. In einer kurzen Ansprache vor dem Bootshaus dankte er den über 40 ehrenamtlichen Helfern für den Einsatz bei der Durchführung dieses Events.

Als Vertreterin des Deutschen Ruderverbandes erschien Katharina von Kodolitsch auf dem Regattaplatz. Sie hatte sich im Winter dafür eingesetzt, dass das Schulrudern in die „Schul-Finals“ integriert wird. Das Rudern hat sie in Bückeburg erlernt und kennt damit die Bedeutung des Schülerruderns in Niedersachsen. Inzwischen ist sie Präsidentin des Hamburger Sportbundes.

Zu den Finalrennen und den Siegerehrungen am Nachmittag erschienen die Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Hannover Eva Bender sowie der Vertreter des Präsidenten der Region Hannover Jens Palandt. Sie nahmen gemeinsam mit dem international erfolgreichen Ruderer und ehemaligen Schülerruderer Tobias Kühne (Bismarckschule und Hannoverscher Ruder-Club) die Siegerehrungen vor.

Die folgenden Schulen gewannen die vier Rennen: Albert-Schweitzer-Schule Nienburg (Mädchen U13), Humboldtschule Hannover (Mädchen U15 sowie Jungen U13) und Ratsgymnasium Osnabrück (Jungen U15). Die Sieger bekamen Medaillen und Urkunden und für alle Teilnehmer gab es die begehrten T-Shirts.

 Beitragsbild: Die Teams kämpfen auf dem Wasser um den Sieg.

 Text und Fotos von Peter Tholl

Rudersport 5/2026: 70 Jahre Bund Deutscher Schülerruderer

In der Mai-Ausgabe des Magazins RUDERSPORT ist ein sehr lesenswerter Beitrag über das 70-jährige Bestehen unseres Verbandes erschienen. Der Verfasser ist unser 1. Vorsitzender Peter Tholl. Über 70 Jahre nach seiner Gründung wurde am 20. Januar 2026 der „Bund Deutscher Schülerruderer e. V.“ beim Amtsgericht Hannover im Vereinsregister eingetragen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Ibbenbüren erfolgte am 4. Februar 2026.  Peter Tholl beschreibt in seinem Artikel die Ürsprünge und die weitere Entwicklung des Schülerruderns in Deutschland bis heute und insbesondere die Rolle des Bundes Deutscher Schülerruderer und seiner Vorgänger Organisationen:

„Ab 1947 war ein Wiedererstehen von Schülerrudervereinen zu verzeichnen. 1951/52 wurden im norddeutschen Raum sowie in Berlin Schülerruderverbände wiedergegründet. Bereits am 28.8.1955 bildeten unter Leitung von Dr. Fritz Ulmer (Hamburg) Delegierte der Verbände aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein in der Hansestadt eine „Arbeitsgemeinschaft der Schüler- und Jugendruderverbände“. Kurze Zeit später traten die Verbände aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bei. Eine festere Fügung dieser AG erfolgte 1959 unter Ewald Pflüger (Hannover) zum „Bund Deutscher Schülerruderverbände“ (BDSRV). 1963 löste sich der Schüler-Ruderverband Rheinland-Pfalz auf und trat aus. Nach der Ausgliederung der hessischen Schulen aus dem Schüler-Ruder-Verband Niedersachsen wurde 1964 der Schüler-Ruder-Verband Hessen gegründet, der sich der Dachorganisation anschloss.“

Link: https://www.rudersport-magazin.de/de/

Ruder-Legende Karl Träger aus Roßleben starb mit 92 Jahren

Durch die Pressemeldung des Landessportbund Thüringen sind wir auf den Tod von Karl Träger aufmerksam geworden. Manche von uns haben ihn über viele Jahre lang beim Bundesfinale „Jugend trainiert“ in Berlin mit seinen Schulmannschaften erleben können. Wir würdigen die großartigen Leistungen von Karl Träger für das Schulrudern und den Rudersport überhaupt, indem wir aus der Pressemitteilung des LSB Thüringen vom 4.6.2026 zitieren:

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Karl Träger – einer außergewöhnlichen Persönlichkeit des deutschen Rudersports, langjährigem Vereinsvorsitzenden, Trainer, Mentor und Vorbild für Generationen von Sportlern. Karl Träger prägte über Jahrzehnte hinweg den Rudersport in Roßleben wie kaum ein anderer. Als engagierter Sportlehrer gründete er 1959 gemeinsam mit Schülern der damaligen Goethe-Oberschule den Ruderclub Roßleben und knüpfte damit an die traditionsreiche Geschichte des Schülerruderns an der Unstrut an. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich unter seiner Führung ein leistungsfähiger Verein, der weit über die Region hinaus Anerkennung fand.

Mehr als fünf Jahrzehnte stand Karl Träger an der Spitze seines Vereins. Mit Leidenschaft, Disziplin und unermüdlichem Einsatz förderte er junge Talente wie Olympiasiegerin Annekatrin Thiele und führte zahlreiche Sportler zu Erfolgen bei Meisterschaften und nationalen Wettbewerben. Auch nach der Wiedervereinigung blieb er eine prägende Kraft im Thüringer Rudersport und engagierte sich als Gründungsmitglied des Thüringer Ruderverbandes für die Entwicklung des Nachwuchsleistungssports.

Karl TrägerDoch Karl Träger war nicht nur Funktionär und Förderer – er war selbst eine Ausnahmeerscheinung im Sport. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv auf dem Wasser und bewies immer wieder, dass Leidenschaft und Willenskraft keine Altersgrenzen kennen. Noch mit 91 Jahren sorgte er bei den World Rowing Masters in Brandenburg an der Havel für internationales Aufsehen. Als ältester Teilnehmer des gesamten Wettbewerbs gewann er drei Goldmedaillen und schrieb damit ein weiteres beeindruckendes Kapitel seiner einzigartigen sportlichen Laufbahn. Seine Erfolge sind umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass ihm nach einem schweren Turnunfall in jungen Jahren kaum jemand eine solche Zukunft vorausgesagt hätte. Gegen alle Prognosen fand Karl Träger seinen eigenen Weg – einen Weg der Bewegung, der Beharrlichkeit und der Lebensfreude. Rudern war für ihn weit mehr als ein Sport. Es war Leidenschaft, Lebensinhalt und Quelle seiner unerschütterlichen Kraft.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Inge, die im Jahr 2021 verstorben ist, prägte er das Vereinsleben in Roßleben nachhaltig. Ihr Wirken lebt bis heute in ihrer Familie, in den Sportlerinnen und Sportlern, die sie begleitet haben, und in der Gemeinschaft des Rudersports weiter.

Für seine herausragenden Verdienste wurde Karl Träger im Jahr 2023 zu seinem 90. Geburtstag vom Ehrenpräsidenten des Landessportbundes Thüringen, Peter Gäsel, mit der GutsMuths-Ehrenplakette in Platin ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigte ein Lebenswerk, das weit über sportliche Erfolge hinausgeht: ein Vermächtnis von Gemeinschaftssinn, Leidenschaft und unermüdlichem ehrenamtlichem Engagement.

Mit Karl Träger verliert der Ruderclub Roßleben, der Thüringer Rudersport und die gesamte Rudergemeinschaft einen außergewöhnlichen Menschen, dessen Name untrennbar mit dem Rudersport verbunden bleiben wird. Sein Geist wird in den Booten auf der Unstrut, in den Erfolgen seiner Schützlinge und in den Erinnerungen aller weiterleben, die ihn kennenlernen durften.“

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten.

Peter Tholl und Achim Eckmann
Vorsitzende des Bundes Deutscher Schülerruderer e. V.

Verwendung von Fotos und Text mit freundlicher Genehmigung des LSB Thüringen.

Schülerregatta in Kassel mit Teilnehmerrekord

Das Schülerrudern in Hessen erwacht wieder zu neuer Blüte. Bei der Verbandsregatta des Schülerruderverbandes Hessen am Mittwoch nach Pfingsten schlug die Anzahl der gemeldeten Mannschaften alle Rekorde, so dass die Regattaleitung zu Beschränkungen gezwungen wurde. Die Schüler vom Phillippinum aus Weilburg holten mit 13 Siegen, vor dem FG aus Kassel mit 11 und dem Carolinum aus Osnabrück und der Humboldschule aus Hannover mit je 10 Siegen die meisten Medaillen.

Mit so vielen Meldungen hatten die Kasseler für die 55. Auflage der Veranstaltung nie und nimmer gerechnet. Zeitlich war es auch bei verkürzten Startabständen nicht möglich die Regatta an einem einzigen Tag durchzuführen, so dass die Regattaleiter Jenney Langer, Holger Römer und Klaus Reitze gezwungen wurden, das Teilnehmerfeld zu beschränken. Daher die schwerwiegende Entscheidung: alle Einerrennen abzusagen und nur noch Mannschaftsboote vom Zweier bis zum Achter zur Regatta zuzulassen und das klappte dann auch im zur Verfügung stehenden Zeitrahmen gut. Im Unterschied zum Vorjahr waren nicht nur die großen Schulen, wie bspw. die oben genannten Schulen erfolgreich, sondern auch viele Schulen mit zahlenmässig kleineren Mannschaften aus Niedersachsen und Hessen, so dass viele Schulen mit Siegen nach Hause fahren konnten. Erfreulich, dass die in den letzten Jahren sich rar machenden hessischen Schulen wieder viele Mannschaften zur eigenen Verbandsregatta schickten. Insgesamt konnten 16 Schulen am Siegersteg anlegen, wobei neben den ortsansässigen Kasseler Schulen, allen voran das Friedrichsgymnasium aus Kassel, auch je eine Schule aus Offenbach und Frankfurt Siege mit nach Hause nehmen konnten.

Schade, dass in diesem Jahr die Achterwettbewerbe bei den Juniorinnen und Junioren nicht ganz so stark besetzt waren wie zuvor. Im sog. „großen Achter“ der 19 bis 16-jährigen Schüler hatte, wie im letzten Jahr das Carolinum aus Osnabrück den Bug als erste, vor dem Ratsgymnasium aus Osnabrück und dem Friedrichs-Gymnasium aus Kassel im Ziel. Den Schülerinnen-Achter gewann die Schillerschule aus Hannover vor den FG aus Kassel (vgl. Bild). Erfreulich hingegen die Entwicklung bei den Jüngsten: Hier waren 6 Boote im Gig-Doppelachter am Start und eine Abteilung ging an die Ruderriege Bersenbrück, die andere an die Emmy-Noether-Schule nach Offenbach.

Weitere Informationen auf den Seiten des SRVb Hessen: https://srvbhessen.de/

Beitragsbild: Die Jüngsten im Gig-Doppelvierer 50 m vor dem Ziel [P. Tholl]

Text: Dr. T. Woznik
Fotos: P. Tholl, T. Woznik, H.-W. Bruchmeier