DRJ Referat Schul- und Schülerrudern tagt in Berlin

BRC-Sportvorsitzender Karsten Finger erläutert die Besonderheiten der historischen Räumlichkeiten.
BRC-Sportvorsitzender Karsten Finger erläutert die Besonderheiten der historischen Räumlichkeiten.

Die Mitglieder des Referates Schul- und Schülerrudern der Deutschen Ruderjugend (DRJ) tagten am Wochenende 25./26.11.2023 in Berlin in den Räumlichkeiten des Berliner Ruderclubs. Neben den Berichten aus den Ländern und aus den Arbeitsgruppen ging es insbesondere um das neue Programm für das Bundesfinale beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. Bekanntlich werden 2024 statt acht nur noch vier Bundessieger ermittelt.

In den Bootshallen des benachbarten Schülerbootshauses lagern noch zahlreiche Klinker-Gigs
In den Bootshallen des benachbarten Schülerbootshauses lagern noch zahlreiche Klinker-Gigs

Um die Einschnitte für die Breite und die kleineren Ruderriege „abzufedern“, wurde die Einführung des Deutschen Schüler*innen-Rudercups für 2024 beschlossen. Dem gleichzeitig in Berlin tagenden Vorstand der DRJ wurden diese Überlegungen in einer gemeinsamen Sitzung vorgetragen. Es gab viel Zustimmung zu den Plänen, sodass jetzt die noch offenen Fragen zügig geklärt werden können.

Beitragsbild: Die Mitglieder des Referates und des Vorstandes der DRJ auf dem Bootsvorplatz des Berliner RC.

Text und Fotos: Peter Tholl

 

Schülerrudern in Lübeck

Am 16. November 2023 traf sich unser Vorsitzender peter Tholl in Lübeck mit Katja Lötsch, Protektorin des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums und Kreisschulsportbeauftragte. Dabei ging es allgemein um die Situation des Schülerruderns in Lübeck. In der Hansestadt rudern an sieben Schulen über 100 Schülerinnen und Schüler.

Beheimatet sind die Schüler in den Bootshäusern der Lübecker RG bzw. LFRG und des Lübecker RK bzw. LFRK, die sich in unmittelbarer Nähe zur Altstadt befinden. Gerudert wird auf dem Elbe-Lübeck-Kanal. Die Schulen verfügen über eigene Boote und eigene Sozialräume.

Das Schülerrudern in Lübeck erlebt momentan eine Renaissance. Junge Protektoren locken wieder ruderinteressierte Schüler an die Bootshäuser. Das Katharineum war in diesem Jahr mit zwei Vierern beim Bundesfinale in Berlin. Regelmäßig werden Wanderfahrten durchgeführt.

Beitragsbild: Das Bootshaus der LRG / LFRG mit Restaurant und Steganlage am Elbe-Lübeck-Kanal

Text und Fotos: Peter Tholl

 

Heinz Freund: Ehrung für 41 Jahre Vorstandsarbeit

Emotionaler Höhepunkt des 16. Schülerrudertages am 11. November 2023 war die Ehrung für Heinz Freund (Kassel). Er trat nicht zur Wiederwahl für das Amt des Kassierers an. Vorsitzender Peter Tholl bedankte sich für 41 Jahre (!) ehrenamtliche Vorstandsarbeit. Er wurde 1982 als Nachfolger von Wolfgang Zapfe (Essen) in dieses Amt gewählt. Mit den folgenden Vorsitzenden hat er zusammen im Vorstand gearbeitet: Wilhelm Gieseck (Essen), Wolfgang Knierim (Kassel), Hans-Thomas Rehbein (Hamburg), Franz-Ludwig Esser (Münstermaifeld) und Peter Tholl (Osnabrück). Die Versammlung wählte ihn zum Ehrenmitglied.

2007 am Bootshaus der Heinrich-Schütz-Schule: der inzwischen verstorbene Wolfgang Knierim, Heinz Freund und Peter Tholl
2007 am Bootshaus der Heinrich-Schütz-Schule: der inzwischen verstorbene Wolfgang Knierim, Heinz Freund und Peter Tholl

Heinz Freund wurde 1967 als Studienassessor Protektor des Rudervereins der Heinrich-Schütz-Schule Kassel (HSS). Die Ruderinnen des Mädchen-Gymnasiums führte er schnell zu Erfolgen bei Schülerregatten in Kassel und Hannover, bei „Jugend trainiert für Olympia“ und bei Deutschen Meisterschaften. Er war außerdem maßgeblich an der Gründung und Entwicklung des SRV Hessen beteiligt.

Dr. Dag Danzglock, langjähriges Vorstandsmitglied im DRV und jetziges Ehrenmitglied, bemerkt dazu: „Als Schülerruderer in Kassel hatte ich in der zweiten Hälfte der 70er Jahre den ersten Kontakt zu Heinz Freund, der damals Protektor der HSS und damit der sportlichen Konkurrenz war. Er sah Rudern als pädagogischen Ansatz, um junge Menschen zu fördern, aber auch Freude am Sport und in der Gemeinschaft zu vermitteln.“ Er bemühte sich, mit den jungen Menschen „auf Augenhöhe“ zu kommunizieren und deren Vorschläge ernst zu nehmen.

Eine Freundschaft verbindet Heinz Freund mit dem ehemaligen hessischen Ministerialrat Klaus Paul (Wiesbaden), der das Schüler-Rudern in Hessen gefördert hat.  Er schreibt zum Rücktritt von Heinz Freund: „Es war 1973 als ich erstmals mit dem SRV Hessen Kontakt hatte und dort auf zwei Kollegen traf: Wolfgang Knierim und Heinz Freund.

Schnell lernte ich den Unterschied zwischen den „Ruderverbänden“ und den „Schülerruderverbänden“ und deren Verhältnis zueinander kennen, das bekanntlich ja nicht immer konfliktfrei war. Saßen bei euch doch „Ruder-Pädagogen“ am „Schlag“, die neben der Vermittlung der Rudertechnik ganz wesentlich Rudern auch als pädagogisches Mittel begriffen, um junge Menschen an Verantwortung für Mensch und Material, an Leistungsbereitschaft und Zusammenarbeit heranzuführen.

Verantwortliche in den Schülerruder-Verbänden hatten und haben eine eigene „Philosophie“ vom Schülerrudern. Nicht von ungefähr gibt es im Schülerrudern die Institution „Protektor“, also einen „Beschützer“. Eine Einrichtung, die angesichts der in den letzten Jahren in nahezu allen Sportarten schon im Kindes- und Jugendalter zunehmend beobachtbaren ausschließlichen Leistungsorientierung heute mehr denn je vonnöten zu sein scheint!

Nicht nur vor diesem Hintergrund wurde mir eure Bedeutung für die Entwicklung des Schülerruderns erst in den weiteren Gesprächen so richtig deutlich. Ihr konntet in euren ehrenamtlichen Funktionen gemeinsam mit Gleichgesinnten stets die richtigen Weichen stellen.“

Beitragsbild: Ehrenmitglied Heinz Freund (Bildmitte) mit den beiden Vorsitzenden Peter Tholl und Achim Eckmann

Text und Foto: Peter Tholl

Schülerrudertag: BDSR beschließt Deutsche Schülermeisterschaften im Rudern

Am 11. November 2023 fand im Schülerbootshaus der Stadt Hannover der 16. Schülerrudertag des Bundes Deutscher Schülerruderer statt. Neben den Regularien war das zentrale Thema: „Die Zukunft des wettkampforientierten Schülerruderns“.

Der neue Vorstand: Martin Meier (Minden), Peter Tholl (Osnabrück), Jürgen Wolff (Preetz) und Achim Eckmann (Hamburg)
Der neue Vorstand: Martin Meier (Minden), Peter Tholl (Osnabrück), Jürgen Wolff (Preetz) und Achim Eckmann (Hamburg)

Zunächst stellte Vorstandsmitglied Martin Meier (Minden) das neue Wettkampfmodell der Sportart „Rudern“ beim Wettbewerb der Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ vor. Hier waren neue Überlegungen erforderlich, da die Deutsche Schulsportstiftung die Reduzierung von acht auf vier Wettkämpfe beim Bundesfinale gefordert hatte.

Diese Veränderung führt zu einer deutlichen Benachteiligung der kleineren Schulen und zu einer massiven Schwächung des Breitensports. Das soll kompensiert werden durch die Einführung von Deutschen Schülermeisterschaften. Nach einer regen Diskussion wurde schließlich einstimmig ein Programm bestehend aus acht Rennen (Gig-Doppel- und Renn-Doppelvierer für Mädchen und  für Jungen der Wettkampfklasse III und für die 15- bis 18 Jährigen) beschlossen.

Beitragsbild: Die Versammlungsteilnehmer am Maschsee

Text und Fotos: Peter Tholl